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Health - Work - Life!

Eigeninitiativen lokaler AkteurInnen schaffen neue Beschäftigungsmöglichkeiten.

Health - Work - Life!

Das Potenzial peripherer Regionen und Schutzgebiete für die Nutzung natürlicher Ressourcen ist ein Schatz, der darauf wartet, enthüllt zu werden. Die Inwertsetzung dieser Ressourcen und deren Einbindung in nachhaltige lokale Wertschöpfungsketten ist eine große Herausforderung. Dazu bietet ein Austausch mit Gleichgesinnten – wie im Rahmen des zweiten Workshops mit transnationalen Stakeholdern im Projekt HEALPS2 am 09.12.2020 – eine Quelle für Inspiration und neue Ideen für die eigene Arbeit.

Durch das Zusammenwirken von Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung innerhalb einer Region entstehen Synergieeffekte, aus denen lokale Akteurinnen und Akteure gestärkt hervorgehen. Der Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten sorgt für eine nachhaltige Entwicklung in der Region. Solch eine Zusammenarbeit ist auch bei der Etablierung einer nachhaltigen Gesundheitstourismusstrategie von großer Bedeutung, wie im Projekt HEALPS2 derzeit erarbeitet wird.

Die natürlichen Ressourcen der Alpen bieten die Basis für die Entwicklung und Vermarktung gesundheitstouristischer Produkte. Dadurch werden Arbeitsplätze geschaffen, EinwohnerInnen profitieren von zusätzlichen Angeboten und der Tourismus wird neu belebt.

Reine Bergluft, rauschende Wasserfälle und dichte Wälder – diese und weitere Ressourcen – haben bei sportlicher Betätigung wie Wandern und Radfahren Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen. „Bewegung im Freien verbessert nicht nur das Herz-Kreislauf-System und erhöht die Sauerstoffversorgung im Körper - sie kann auch depressive Stimmungen verbessern und zu einem gesunden Wohlbefinden beitragen“, so Dr. med. Elisabeth Gaus, Ärztin und Wanderführerin aus der HEALPS 2-Pilotregion Montafon/AT, bei ihrem Vortrag während des Workshops.

Mit einem ganzheitlichen Angebot, das von Wanderführern, Hoteliers, Ärzten, Therapeuten und lokalen Produzenten in der Region getragen wird, entsteht ein gesundheitstouristisches Gesamtkonzept. Dieses beinhaltet sportliche Aktivitäten mit lokalen Bergführern, die ärztlich überwacht werden, um den gesundheitlichen Fortschritt zu belegen. Ebenso gesunde und ausgewogene Lebensmittel aus regionalem Anbau, die in familiengeführten Hotelbetrieben angeboten werden.

Wertvolle Einblicke in Kooperationsnetzwerke als Basis touristischer Angebote gab Daniela Bredow vom Naturpark Nagelfluhkette. Der Naturpark ist bereits seit vielen Jahren Mitglied im Gemeindenetzwerk. Durch die vielen Almweiden im Naturpark und deren umweltfreundliche Bewirtschaftung gibt es eine Vielzahl lokaler Erzeugnisse wie Käse und Fleisch. Daher wurde, in Kooperation mit der lokalen (Berg-)Landwirtschaft, eine eigene Lebensmittelmarke für den Park etabliert. Von der Identifikation der ErzeugerInnen mit der Philosophie des Naturparks über die Bedingungen für die Zucht der Almrinder, wurden Kriterien für lokale Produkte ausgearbeitet. Ziel ist, zu einer nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft zu animieren und den ProduzentInnen im Lebensmittelbereich einen fairen Preis zu bezahlen. Eine Schlachterei mit zugehöriger Metzgerei wurde eigens für die Komplettierung der Wertschöpfungskette im Naturpark gegründet: Qualitätsfleisch aus der Region für die Region.

Die lokalpolitische Verankerung der Gesundheitstourismusstrategie, die gemeinsam erarbeitet wird, ist enorm wichtig für den nachhaltigen Erfolg in der Destination. Dieser interne Erfolgsfaktor muss, neben anderen, in die Entwicklung der Strategie miteinbezogen werden – ebenso externe Erfolgsfaktoren, wie ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung oder der Klimawandel. Während des Workshops haben die Teilnehmenden in interaktiven Gruppenarbeiten diskutiert, welche Erfolgsfaktoren wichtig sind für eine erfolgreiche Tourismusstrategie. Ebenso wurden Zukunftsstrategien erarbeitet, die richtungsweisend für die erfolgreiche Anpassung bereits etablierter Strategien sind. Das vierte Thema, das gemeinsam erörtert wurde, waren Perspektiven für junge Menschen, die vor Abwanderung schützen bzw. zum Zu-/Zurückzug in das Berggebiet animieren.

In Kürze werden die aufgearbeiteten Ergebnisse der Arbeitsgruppen in einem ausführlichen Artikel und auf der HEALPS2 Projekt-Webseite veröffentlicht: https://www.alpine-space.eu/projects/healps-2/en/home.

HEALPS2 wird im Rahmen des Alpenraumprogramms gefördert und wird von Oktober 2019 bis Juni 2022 umgesetzt.

 

 

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